Die Chronik

Der Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel wurde im Jahre 1906 unter der Bezeichnung: Schützenverein Albringhausen und Umgegend gegründet. Die heute noch bekannten Gründer sind:

Johann Cordes Dietrich Müller Johann Wohlers
Hermann Barneföhr Heinrich Meyer Dietrich Wohlers
Heinrich Feldermann Friedrich Stratmeyer Johann Bomhoff, Pannstedt
Johann Poggenburg Hermann Ellinghausen Konrad Sutmann, Hallstedt
Heinrich Buschmann Gerd Köhler Heinrich Bultmann, Hallstedt

Der Vereinsschießstand befand sich bis zum 2. Weltkrieg in einem Gehölz, dem sogenannten „Knick“. Geschossen wurde mit Scheibenbüchsen auf mehrere Zentimeter dicke Eisenscheiben. Eigens dafür bestimmte Vereinsmitglieder füllten die Patronen mit Pulver auf und machten sie schussfertig. Das Vereinslokal blieb ständig die Gastwirtschaft „Wendt“, heute „Küfe“, in Albringhausen. Den Erinnerungen zufolge erfolgte der Ummarsch am 2. Schützenfesttag seit der Gründung des Vereins ab Albringhausen durch ganz Schorlingborstel, mit einer Gesamtmarschstrecke von 7 km. Auf halber Strecke wurde bis zum Jahre 1966 bei der Familie Brinkmann in Schorlingborstel eine verdiente Rast eingelegt. Die vorzügliche Bewirtung, die selbst saure Heringe, Ölsardinen und andere Köstlichkeiten beinhaltete und nach einer durchfeierten Nacht des 1. Schützenfesttages sehr begehrt waren, sind bis heute unvergessen geblieben. Leider verzog die Familie Brinkmann 1966 nach Bassum. Zu erwähnen ist besonders, dass auf Antrag der Schützenmitglieder ab 1937 die Umbenennung des Vereins in: Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel erfolgte. Der vereinseigene Spielmannszug wurde 1929 gegründet. Erster Tambourmajor war der bekannte Schuhmachermeister Johann Kassens aus Albringhausen. Die Instrumente wurden bei der Gründung durch den Schützenverein und den Kriegerverein gemeinsam beschafft. Vor dem 2. Weltkrieg erfuhr der Schützenverein außergewöhnliche Förderung durch den Jagdpächter Wilkens aus Bremen, dem Inhaber der Hemelinger Silberpräge. Allgemein kann festgestellt werden, dass alle jeweiligen Jagdpächter großes Interesse am Vereinsleben des Schützenvereins zeigten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel im Jahre 1950 neu gegründet. Der erste Vorstand setzte sich aus folgenden Schützenbrüdern zusammen:

1. Vorsitzender Hermann Wohlers 1. Kassierer: Johann Diekmann 1. Schriftführer: Georg Winkelmann
2. Vorsitzender: Heinrich Schmidt 2. Kassierer: Heinrich Müller 2. Schriftführer: Friedrich Ehlers

Außer diesen Vereinsmitgliedern gehörten folgende Schützenbrüder zu den „Wiedergründungsvätern“ des Vereins: Karl Dörgens, Karl Günther, Heinrich Cordes, Hermann Martens, Wilhelm Buschmann, Heinrich Kabbert, Dietrich Freese, Wilhelm Husmann, Heinrich Feldermann, Friedrich Brammer, Johann Wendt, Hermann Röpe und Karl Windhorst. Das erste Schützenfest nach der Wiedergründung fand am 21. und 22. Mai 1950 statt. Zu diesem Schützenfest spielte noch der alte Trommel- und Pfeifenchor aus der Zeit vor 1945. Die für das Schützenfest verpflichtete Kapelle musste sich neben dem Engagement beim Schützenfest auch verpflichten, den Trommel- und Pfeifenchor unentgeltlich auszubilden. Im Jahre 1952 wurde auf der Generalversammlung beschlossen, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen, da die alte Fahne in den Kriegswirren verloren gegangen war. Am 14.08.1952 kam es zur feierlichen Fahnenweihe. Dies war die erste Großveranstaltung für den Verein nach der Wiedergründung. 16 auswärtige Vereine wurden eingeladen. Fünf Zelte mussten aufgebaut werden. Für die musikalische Untermalung sorgte eine 9-köpfige Kapelle. Darüber hinaus wurden noch 8 Ehrenjungfrauen und eine eigene Fahrradwache benötigt. Die Jagdpächter Friedrich Diersch aus Bremen und Heinrich Wicke aus Albringhausen stifteten die Fahne, deren Kosten sich auf 900 DM beliefen. Im Jahre 1956 kam es zum Beschluss und Bau eines neuen Schießstandes. Die nächste Großveranstaltung des Vereins ließ noch etliche Jahre auf sich warten. Im Jahre 1976, 70 Jahre nach der Vereinsgründung, feierte der Kreisschützenverband Bassum am 30. Mai sein Kreisschützenfest in Albringhausen. Das Jahr 1977 brachte für den Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel eine damals von etlichen Schützenbrüdern skeptisch beurteilte, heute aber von allen Vereinsmitgliedern vollständig akzeptierte Neuerung: die Damenriege wurde gegründet und damit verbunden erhielten die Schützendamen die gleichen Rechte im Verein wie die Schützen. Hier die Gründungsmitglieder der Damenriege vom 08.01.1977:

Herta Dieckmann Hildegard Grote Rea Heitböhn
Margrit Helm Thea Kassens Mariechen Kattau
Ursel Klenke Margret Küfe Anna Lange
Inge Laschinski Heidi Lohe Hella Meyer
Margret Riedel Alwine Weingarten Gisela Windhorst
Alma Winkelmann Ursel Winkelmann Hilde Dieckmann

Ebenfalls im Jahre 1977 wird das Ärmelabzeichen des Vereins eingeführt. Ab dem Jahre 1978 findet nunmehr das Königsschießen 14 Tage vor dem Schützenfest statt. Ein Jahr später erhält der Schießstand einen Luftgewehrstand, der seitlich angebaut wird. Auf der Generalversammlung im Jahre 1991 wird erstmals der Plan für einen vollständigen Neubau eines Schützenhauses aus der Taufe gehoben. Weitere Planungen und Berechnungen erfolgten, bis endlich auf der Generalversammlung 1993 die Ausführung des Plans zum Schützenhausbau mit deutlicher Stimmenmehrheit beschlossen wurde. Am 16.06.1995 kam es zum Abriss des alten Schießstandes. Dann wurde zügig unter der Leitung von Erich Feldermann gebaut, und schon am 08.09.1995 konnte das Richtfest für das neue Schützenhaus gefeiert werden. Am 27.04.1996 kam es dann zur feierlichen Schlüsselübergabe und Einweihung des neuen Schützenhauses. Bereits im Jahre 2001 wurde eine neuerliche Erweiterung des Schützenhauses beschlossen, um ständige Auf- und Abbauarbeiten des Luftgewehrstandes zu vermeiden. Am 09.05.2002 beging die Damenabteilung des Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel ihr 25 jähriges Bestehen. Neben Schützenverbands- und Schützenkreisvertretern wurden hierzu auch die politischen Größen aus der Gemeinde und der Stadt Bassum eingeladen. Vertreter der örtlichen Vereine und schließlich auch die Damenabteilungen von 13 befreundeten Schützenvereinen aus der Nachbarschaft standen ebenfalls auf der Gästeliste. Aus der anfänglich kleinen Gruppe von 18 Frauen, hatte sich inzwischen eine Damenriege mit 62 Schützenschwestern gebildet. Anders als in anderen Vereinen werden die Frauen in Albringhausen nicht als „Anhängsel“ gesehen, sondern sie bilden einen festen Bestandteil in unserem Verein. Bezirkspräsident Heinz Rösseler und Kreispräsident Wilhelm Bäker überbrachten Glückwünsche und machten deutlich, wie wichtig die Integration von Frauen in den Vereinen ist. Nach den Festreden wurde dieses Jubiläum mit einem gemütlichen Beisammensein und einer Tombola ausgiebig gefeiert. Der Nordwestdeutsche Schützenbund nutzte die Gelegenheit, um besondere Ehrungen auszusprechen. Für ihre Verdienste als Damenvorsitzende erhielt Hella Meyer die goldene Verdienstnadel des Bezirksschützenverbandes. Silberne Verdienstnadeln gingen zudem an die 12 anwesenden Gründungsmitglieder für ihre langjährige Treue zum Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel. Diese bis dato letzte Baumaßnahme konnte im Jahre 2003 abgeschlossen werden. 17.05.2003: Einweihung Anbau Luftgewehrstand 08.05.2004: Einweihung Königstafel und Vorstellung neuer Jacken für Kinder und Jugend 2005: Anschaffung einer RIKA Home-Trainer-Anlage (Lasergewehr) für die Kinder und Jugend 2006: Auf das 100-jährige Jubiläum im Jahr 2006 wird der Schützenverein Albringhausen- Schorlingborstel sicherlich immer mit Stolz zurückblicken. Nach zwei Jahren der Planung und Vorbereitung wurde am 27. und 28. Mai 2006 das 100-jährige Bestehen verbunden mit dem Kreisverbandsschützenfest unter großer Beteiligung auswärtiger Vereine gefeiert. Um einen würdigen Rahmen für diese Feierstunde zu schaffen, war vom Verein ein umfangreiches Festprogramm erstellt worden: Am 1. Tag waren die Albringhäuser unter sich. Nach der Proklamation des Jubiläumskönigs Karl-Heinz Ehrich , der Totenehrung mit Kranzniederlegung am Denkmal anlässlich des 100- jährigen Jubiläums, sowie den Ehrungen langjähriger Mitglieder von Schützenverein und Spielmannszug wurde mit den Abordnungen vom Schützenverein “Gut Ziel” und “Hallstedt” und den ehemaligen vereinseigenen Königspaare ausgiebig gefeiert. Für die nötige Stimmung sorgte die Band “Moin Moin”. Sonntags hieß es dann früh aufstehen, um letzte Vorbereitungen unter anderem für die Tombola zu treffen. Schließlich wollte man rechtzeitg fertig sein, um dann die Gäste ab 12.30 Uhr in Empfang nehmen zu können. Über 500 Schützenschwestern-und Brüder aus mehr als 20 Vereinen und Musikzügen waren trotz des extrem schlechten Wetters nach Albringhausen gekommen, um mit dem Schützenverein Albringhausen Schorlingborstel diese denkwürdigen Tag zu begehen. Wegen sinflutartiger Regenfälle und schweren Sturmböen fiel der gelante Umzug buchstäblich ins Wasser. Alle im freien geplanten Abläufe mussten im Festzelt durchgeführt werden. Auf der Rednerliste standen Kreispräsident Wilhelm Bäker, Jürgen Laschinski als 1. Vorsitzender, Ortsvorsteher Erich Westermann, der stellvertretende Landrat Wilhelm Evers, Bassums stellvertretender Bürgermeister Klaus Raif und Heinz Rösseler als Präsident des Bezirksschützenverbandes Grafschaft Hoya, der dem Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel die Ehrennadel des Deutschen Schützenbundes in Bronze verlieh. Die Proklamation der neuen Kreiskönige und die Verleihung der Pokale folgten im Anschluss. Mit der Übergabe der Fahnenbänder endete der offizielle Teil des Tages. Anschließend wurde mit allen Gästen und der Schützenkapelle Kleinenborstel dann noch kräftig gefeiert. Den Abschluss des Jubiläums bildete das Katerfrühstück am Montagabend. Bei einem guten Essen und einem kühlen Glas Bier ließ man das Wochenende noch einmal Revue passieren. Nach Meinung aller Beteiligten war es ein schönes und harmonisches Fest, woran man sich noch lange gerne erinnern wird. 2007: Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Schützenvereins, im Jahr 2006, wurden für die Kinder- und Jugendabteilung neue Jacken mit Vereinsemblem angeschafft. Die Jacken wurden von der e.on-Avacon gesponsert. Die offizielle Übergabe erfolgte am 28.03.2008 durch den Kommunalreferenten der e.on-Avavon, Hermann Karnebogen. Stolz präsentierten die Jugendlichen ihr neues Outfit bei dem Fototermin. Die Jacken werden bei vereinseigenen, sowie auswärtigen Veranstaltungen getragen. 20.05.2007: Mit einem Sektfrühstück in der Schützenhalle feierte die Damenriege ihr 30. jähriges Bestehen. Hierbei sorgten unter anderem der Ehrenvorsitzende Hinrich Siemer mit einigen Beiträgen für Kurzweil 08.01.2011: Geschichte zu unserer Gründerfahne Der Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel wurde im Jahre 1906 unter der Bezeichnung „Schützenverein Albringhausen und Umgegend“ gegründet. Im Jahre 1910 wurde dann die 1. Fahne angeschafft. Sie wurde in Hannover gefertigt. Ansonsten ist darüber wenig bekannt, weil sämtliche Unterlagen im 2. Weltkrieg verloren gegangen sind. Es wird vermutet, dass die erste Fahne von dem damaligen Jagdpächter gestiftet wurde, denn der Verein erfuhr in dieser Zeit außergewöhnliche Förderung durch die jeweiligen Jagdpächter, die im allgemeinen immer ein großes Interesse am Vereinsleben zeigten. Die Fahne ging in den Kriegswirren verloren. Erzählungen zu Folge, sollen die Alliierten die Fahne zum Putzen ihrer Fahrzeuge zweckentfremdet haben. Jetzt, nach über 60 Jahren jedoch, wurde bekannt, dass die Fahne 1945 von den amerikanischen Besatzungssoldaten, die auch in Albringhausen waren, annektiert wurde. Im Oktober 2010 wurden wir von einem Schützenbruder und Sammler aus Bayer/Oberammergau, mit Verbindungen nach Amerika darüber informiert, dass unsere Fahne in einem Auktionshaus in Cincinnati/USA versteigert werden soll. Anhand der beigefügten Bilder konnte die Fahne als unsere Gründerfahne identifiziert werden. Recherchen ergaben, dass der Schützenfreund aus Bayern wusste, wo sich die Fahne befand und den Besitzer der Fahne gekannt hat. Bereits mehrfach hatte er versucht, den Besitzer zum Kauf zu überreden. Leider vergeblich. Als der Besitzer vor einiger Zeit verstarb, wurde der Nachlass von dessen Sohn an das Auktionshaus in Cincinnati zur Versteigerung gegeben. Bei der Auktion haben wir online mitgeboten, bekamen aber nicht den Zuschlag. Die Fahne ging an einen unbekannten Bieter in den USA. Gesetzlich haben wir keine Möglichkeit, die Fahne zurückzubekommen. Nach Alliierten Recht von 1945 handelte es sich damals nicht um Diebstahl, sondern um eine sogenannte „Annektierung“ (sich etwas gewaltsam aneignen). Das Auktionshaus wollte uns den Namen des Käufers nicht nennen, bot aber an, unsere Anschrift an den Erwerber weiterzugeben. Wer weiß, vielleicht findet unsere alte Fahne ja doch noch mal den Weg zurück nach Albringhausen.

2013: Ein Dorf investiert in die Zukunft

Im Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel hat ein neues Zeitalter begonnen. Die seit den 1950er Jahren verwendeten Schießautomaten gehören der Vergangenheit an, ersetzt durch eine moderne elektronische Schießanlage mit neuester Computertechnik an den 5 KK-Ständen. Ein Meilenstein in der über 100-jährigen Vereinsgeschichte und ein wichtiger Schritt in die Zukunft.

Die neue Anlage, arbeitet nach dem Lichtmessverfahren – bis zu einem Zehntel Millimeter genau. Am Ende der Schießbahn trifft das Geschoss auf einem mit einer Ringscheibe versehenen Messrahmen. In dem Messrahmen befindet sich ein Infrarotsender, der Infrarotlicht in einem gebündelten Lichtstrahl aussendet. An allen Ständen sind Monitore angebracht, wo der Schütze das erzielte Ergebnis ablesen kann. Die Treffer werden farbig dargestellt so dass der Schütze sofort sehen kann, welches Ergebnis er erzielt hat und wo der Schuss platziert ist. Die einzelnen Anlagen sind an einem Zentralrechner angeschlossen, in dem sämtliche Ergebnisse gespeichert werden. Über eine Leinwand können die Wettbewerbe in der Schützenhalle verfolgt werden.

Möglich wurde die Anschaffung durch die Aktion „KSK tut gut“. Das Geldinstitut hatte anlässlich seines 150-jährigen Bestehens im Jahr 2012 zahlreiche Vereinsprojekte gefördert.

Nachdem der Verein die Zusage für 5000€ von der KSK erhalten hatte und von der Stadt Bassum ebenfalls finanzielle Mittel zugesichert worden waren, gingen die Planungen ins Detail. Den Rest der Gesamtkosten von ca. 17.000€ wurde durch Sponsoren, eine einmalige Umlage von den Mitgliedern, sowie durch Eigenleistungen erbracht. Außerdem floss Geld aus dem Erbe Köhnenkamp.